Vortragsreihe "Tragwerke - Entwurf, Modellierung und Konstruktion"

"Ein Bauingenieur berichtet"

Prof. Horst Falkner

Dienstag, den 26. November 2019 um 18:00 Uhr
Hörsaal V 47.03 (Universität Stuttgart, Campus Vaihingen, Pfaffenwaldring 47)

Zum Vortrag:

"Der Bau war schon zu meiner Volksschulzeit meine Spielwiese. Es waren die Baustellen meines Vaters in Innsbruck.

Studium an der TU- Graz, aber auch Schilehrer. Die Professoren Sattler und Leonhardt haben meinen Lebensweg verändert.
1964 Beginn meiner Ing.-Tätigkeit bei LAP. Schlaich war entsetzt, weil ich nicht wusste was ein Krempelmoment ist. Trotzdem haben wir gemeinsam mit der Walther Kurbelmaschine den FMT Hbg. berechnet. Leo bestimmte mich,
trotz Protest meinerseits, zum Fachbauleiter am Turm.

Die Professoren Leonhardt und Gieseke haben meine Dissertation betreut. Die Idee dazu fand ich beim FMT Hbg. Verteidigt 1969.
Jetzt konnte auch Prof. Rüsch Rissbreiten berechnen und wasserdichte Betonbauwerke planen.

Danach Gastprofessor 1970-72 an den Universitäten Waterloo und Toronto. Rotation Capacity and Wind- und Verformungs-Messungen am CN To-Tower, Toronto. Leonhardt hat verhindert, dass meine Familie und ich Kanadier wurden.

1972 zurück zu LAP. Erste grosse Anwendung meiner Arbeit bei Wannen von großen Maschinen-Fundamenten WW-Ulm
Schwimmbecken, 2 Bodensee-Wasserspeicher in Stgt.-Vaihingen. Bauwerke im Grundwasser. Seit über 40 Jahren dicht.

Brücke Köln-Deutz, Stahlbrücke von Leonhardt, 1948 geplant: war Anfang der 70er Jahre total überlastet. Was tun?
Abreißen? Eine neue Brücke bauen? Brücke erhalten und daneben eine Neue bauen? Es wurde spannend...

Brücke Köln Deutz (c) Falkner
Brücke Köln Deutz


Leonhardt fuhr einen dicken Daimler. Sein Motto: Mit Freunden macht man keine Geschäfte. Ich fuhr keinen Daimler.
Den Daimler-Bauleuten erklärte ich, dass wir die besten Bauingenieure seien, siehe FMT- Stgt. und so erhielt ich einen Großauftrag in Untertürkheim. Das neue Vorstandsgebäude, bis zu 8 Meter im Grundwasser.

1987 Ruf an die TU-Braunschweig: 20 Jahre Forschung, Lehre und MPA. Viele Dissertationen im Bereich Faserbeton, Tunnel, Stützen F180 usw.
Betreuung Transrapid Lathen, viele Versuche.

1991 Anruf von Daimler: warum keine Bewerbung PPlatz. Nach 2 Wochen hatten wir, mit 2 PA-Büros den Auftrag für die TW-Pl.
Gesamte Betonsohle in StFB. 750 Meter ohne Dehnfugen und wasserdichter Beton. Keine Dichtung.
VV-Edzad Reutter: Das Bauwerk soll in 51/2 Jahren am 28.Oktober 1998 fertig sein. ES WURDE PÜNKTLICH FERTIG!
Kostenrahmen von 3 1/2 Milliarden, unterschritten!"

Zur Person:

Prof. Horst Falkner (c) Falkner
Prof. Horst Falkner

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Horst Falkner

  • geboren in Innsbruck
  • Studium an der Technischen Universität Graz
  • 1964 Beginn der Ingenieurtätigkeit im Büro Leonard und Andrä (heute: LAP)
  • 1969 Dissertation bei Prof. Leonhardt und Prof. Gieseke
  • 1969 - 1972 Gastprofessuren in Waterloo und Toronto
  • 1972 - 1987 Ingenieur bei LAP, Partner seit 1979
  • 1987 Gründung des eigenen Ingenieurbüros IBF
  • 1987 Ruf an die TU Braunschweig Lehrstuhl für Massivbau und MPA Direktor
  • 1993 - 1999 Vorsitzender des VMPA
  • 2015 Ehrenpromotion an der TU Leipzig
  • 1990 - 2015 Vertreter als Bausachverständiger im Bevölkerungsschutz, Berufung durch Minister Schäuble
  • seit 2008 wieder in Baden Württemberg und in Tirol

Bilder der Verantaltung:

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